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| 27.04.2000 | St.Galler Tagblatt | - | «Kesseltreiben gegen Hanfläden im Gang» |
«Kesseltreiben gegen Hanfläden im Gang»
Betreiber der Erba Santa GmbH wehren sich gegen Vorgehensweise des Bezirksamtes
Roman Kellenberger und Nino Russo betreiben den Hanfladen Erba Santa in Rorschach. Gegen sie wurde eine Strafuntersuchung eröffnet. Jetzt nehmen die beiden jungen Männer Stellung: Sie kritisieren das Vorgehen der Behörden.
Die Stellungnahme in gekürzter Fassung und mit Bezug auf den Bericht «Harter Kampf gegen weiche Drogen» im OT vom Dienstag, 18. April 2000: «Unter anderem verdächtigt uns Untersuchungsrichter und Stadtrat Paul Frei des banden- und gewerbsmässigen Handels mit Betäubungsmitteln, was nach unserer Ansicht schlichtweg aus der Luft gegriffen ist. Die Sperrung selbst unserer privaten Lohnkonti war demnach völlig überrissen, und anscheinend ist es den Herren Frei und Tronco gleichgültig, wie wir uns derzeit über Wasser halten. Wir möchten auch darauf aufmerksam machen, dass eine unserer Angestellten allein erziehende Mutter ist und ebenfalls auf ihren ausstehenden Lohn wartet. Von anderen finanziellen Verpflichtungen (Miete, offene Rechnung usw.) ganz zu schweigen.
Naturbelassener Hanf
Zum Verkauf von Hanf in naturbelassenem Zustand möchten wir Folgendes anmerken: Wir haben keinen Hanf zu illegalen Zwecken verkauft. Unser Personal hatte zudem strikte Auflagen zu befolgen, was die Herausgabe besagter Produkte anbelangte. Wir weisen nochmals darauf hin, dass diese in unserem Laden nicht an Minderjährige und Personen ohne nachweisbaren Schweizer Wohnsitz verkauft werden durften.
Wie Kriminelle behandeln?
Letztlich fragen wir uns auch, ob es wirklich nötig ist, uns sowie unsere Kundschaft wie Kriminelle zu behandeln. Von der Blossstellung in Gegenwart der Nachbarn wollen wir schon gar nicht reden. Schliesslich zahlen auch wir unsere Steuern und führen ein geregeltes Leben. Wir möchten daher eher von Kriminalisierung, wenn nicht sogar einem Kesseltreiben gegen uns ausgehen. So hatten wir unmittelbar vor unserem Laden auch schon Spritzen aufgefunden. Wir fragen uns ernstlich, wer solches tut.
Ablehnung beim Gewerbe
Wir wissen zum Beispiel, dass der Gewerbeverband zum Thema Hanf eine äusserst konservative Haltung vertritt und die CVP gegen eine spezifische Marktregelung ist. Das behördliche Vorgehen, auf Rorschach bezogen, lässt sich daher mitunter errechnen. In erster Linie geht es auch um Neid und Geld sowie Prestige und Machthunger einzelner Lokalpolitiker. Viel Fassadenpinselei, wenn man bedenkt, dass unseres Wissens selbst der Nachwuchs von bekannten und einflussreichen Menschen Hanf missbräuchlich verwendet. Dafür zeichnen wir uns allerdings in keiner Weise verantwortlich. Wir betonen nochmals, Hanf nie zu solchen Zwecken verkauft zu haben.
Diskussion statt Repression
Es geht uns nicht darum, gewisse Personen des öffentlichen Lebens zu diffamieren. Stattdessen appellieren wir eher an den gesunden Menschenverstand besagter Kreise und gehen davon aus, dass eine thematische Auseinandersetzung auf vernünftiger Basis letzten Endes mehr bringt als blindwütige Repression.»
| Bereich: Repression | Sponsor: hanfarchiv | bearbeitet von: hanfarchiv |