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22.02.2003Der Bunddb.Das Leben in der Stadt wurde nicht gefährlicher

Das Leben in der Stadt wurde nicht gefährlicher

SICHERHEITSBILANZ

Die gestern von der Stadtpolizei Bern veröffentlichte Sicherheitsbilanz (oder Kriminalstatistik) beunruhigt auf den ersten Blick:Die Zahl der Delikte stieg letztes Jahr um 16,6 Prozent, von 20 126 auf 23 466. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass die Zunahme auf Deliktarten zurückzuführen ist, die nicht gegen Leib und Leben gerichtet sind: «In der Stadt Bern kann nicht von einer Zunahme der Gewalt gesprochen werden», heisst es in der Polizeimitteilung. Und: «Man darf festhalten, dass das Leben in der Stadt Bern zumindest nicht gefährlicher geworden ist.» Von den 60'803 Delikten, die 2002 im Kanton Bern angezeigt wurden, entfallen 38,6 Prozent auf die Stadt Bern. Im übrigen Kanton stieg die Zahl der Straftaten um fast 18 Prozent an.

Deutlich mehr Diebstähle

Der Hauptanteil der strafbaren Handlungen in der Stadt Bern machen mit 70 Prozent nach wie vor die Vermögensdelikte aus (16 486, inkl. Fahrzeugdiebstähle). Für die enorme Zuwachsrate von 20,5 Prozent war vor allem die hohe Zahl von Taschendiebstählen verantwortlich, schreibt die Polizei. Besonders aktiv waren Tätergruppen aus ehemaligen Ostblockstaaten. Mit 3430 Anzeigen machten die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz den zweitgrössten Anteil an Straftaten aus. Die Zunahme gegenüber 2001 betrug 6,5 Prozent. Der Grund für den Anstieg sei nicht zuletzt im verschärften Vorgehen der Polizei gegenüber Hanfläden zu suchen.

Delikte gegen Leib und Leben

Obschon im vergangenen Jahr erstmals seit 1999 wieder versuchte und vollendete Tötungsdelikte (ingesamt vier) zu verzeichnen waren, haben die strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben mit 352 Delikten (2001: 378) das zweite Mal seit 2000 abgenommen. Die Zahl der Entreissdiebstähle und Raubdelikte (2002: 234, 2001: 235) ist nahezu konstant geblieben. Ein deutlicher Rückgang von über 23 Prozent ist auch bei den Sexualdelikten zu verzeichnen (2002: 85, 2001: 111). In sämtlichen Kategorien sind die Zahlen rückläufig: Sexuelle Handlungen mit Kindern (von 23 auf 19), Vergewaltigungen (von 18 auf 12), sexuelle Nötigungen (von 18 auf 5), sexuelle Belästigungen (von 29 auf 25).

Vier Sonderkommissionen

Besondere Herausforderungen für die Stadtpolizei Bern stellten im vergangenen Jahr die Ermittlungen in den versuchten und vollendeten Tötungsdelikten dar. Insgesamt vier Mal musste für eine längere Zeit eine Sonderkommission gebildet werden. Bei den aussergewöhnlichen Todesfällen hat im vergangenen Jahr sowohl die Zahl der Suizide (von 41 auf 51) wie auch die Zahl der Suizidversuche (von 14 auf 22) zugenommen. Die hohe Zahl von Suiziden durch Medikamente in den letzten beiden Jahren (2002: 15, 2001: 13) ist gemäss Stadtpolizei auf Sterbehilfe zurückzuführen.

Unfallstatistik: Mehr Verletzte

Gleichzeitig mit der Kriminalstatistik hat die Stadtpolizei Bern gestern die Unfallstatistik 2002 veröffentlicht. Insgesamt ereigneten sich zwar weniger Unfälle, aber die Zahl der Verletzten hat wiederum zugenommen. Mit Präventionskampagnen und anderen Massnahmen sollen die Unfälle mit Personenschäden in den nächsten zehn Jahren um zehn Prozent reduziert werden.

(db)

Bereich: RepressionSponsor: hanfarchivbearbeitet von: hanfarchiv