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| 22.07.2000 | Neue Luzerner Zeitung | Andreas Seeholzer | Schwyzer Politik: Legalize it |
Kanton Schwyz: Wie stehen Schwyzer Politiker zum neuen Betäubungsmittelgesetz?
Schwyzer Politik: Legalize it
Das neue Betäubungsmittelgesetz steht bald in Bern zur Debatte. Im Kanton Schwyz sind Politiker und die Regierung für eine Cannabis- Legalisierung.
Andreas Seeholzer
Anfang März hat der Ständerat zwei Standesinitiativen von Zürich und Baselland überwiesen, die den Konsum und Handel von Cannabis freigeben wollen. Denn Cannabis ist längst ein Massenkonsumgut, vorab bei Jugendlichen. Dass Gesetz und Realität auseinander klaffen, ist sich mittlerweile auch die Politik bewusst. Und was halten die Schwyzer Politiker von der Freigabe des Konsums und Handels von Cannabis?
SVP dagegen, SP dafür
SVP des Kantons Schwyz verfolgt nach wie vor eine harte Linie. Dazu Parteisekretär Ulrich Brügger: «Wir sind gegen eine Freigabe. Wir sind nicht gleicher Meinung wie Ständerat Frick, der meint, es sei weniger schlimm als ein Glas Weisswein.» Denn die Freigabe verlocke, auf harte Drogen umzusteigen. «Im guten Sinn genutzt, haben wir nichts gegen Hanf, wenn er beispielsweise medizinisch angewendet wird.»
Gegenteiliger Meinung ist die SP. «Wir sind für die Legalisierung der Hanfprodukte», sagt Andy Tschümperlin, Fraktionschef der SP im Kantonsrat. Für sehr wichtig halte die SP jedoch den Jugendschutz. «Den Hanfkonsum stufe ich persönlich gleich wie Alkoholkonsum ein.»
Harte und weiche Drogen trennen
Ebenfalls eine liberale Haltung hat CVP-Ständerat Bruno Frick. In der Rundschau von SF DRS vom vergangenen Mittwoch äusserte er sich wie bereits zuvor in der entsprechenden ständerätlichen Debatte: Das heutige Verbot sei kontraproduktiv. Die Polizei müsse mit der Strafverfolgung unnötige Sisyphusarbeit leisten. Cannabis sei zudem nicht schädlicher als ein Glas Weisswein. Am Herzen liegt Frick, dass der Cannabismarkt vom Handel mit harten Drogen getrennt wird. Heute gebe es für das Genussmittel und harte Drogen nur einen Händler: «In der linken Hosentasche hat er das Cannabis, in der rechten Hosentasche den harten Stoff.»
Georges Knobel, Altendorf, ist langjähriges Mitglied der LVP-Geschäftsleitung und hat ebenfalls eine liberale Haltung. «In der Partei haben wir die Sachlage noch nie diskutiert, entsprechend hat die Geschäftsleitung auch noch keine Parole beschlossen.« Seiner Meinung nach sollte allerdings eine Liberalisierung bei weichen Drogen stattfinden. «Ich versteh nicht, dass man den Hanf und den Hanfkonsum kriminalisiert.» Hier müsse eine Lockerung, vor allem beim Konsum, eintreten.
Weiter sagte Knobel, dass die Liberalisierung jedoch auch ein zweischneidiges Schwert sei. «Jedes Suchtmittel ist in seiner Wirkung von der Persönlichkeit des Konsumenten abhängig.»
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