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| 02.03.2001 | Südostschweiz | Gaudenz Looser | See bei Unfällen weiter auf Platz 2 |
See bei Unfällen weiter auf Platz 2
Die kantonale Verkehrsunfallstatistik weist weniger, dafür schwerere Unfälle aus
12 Prozent weniger Verkehrsunfälle gab es im Jahr 2000 - mit weniger Verletzten und weniger Toten. Dafür gab es etwa mehr Unfälle wegen Drogen. Ein Bereich, der die Polizei vor neue Herausforderungen stellt.
von Gaudenz Looser
Ein gutes Jahr sei das Vergangene in Sachen Verkehrsunfälle gewesen, sagte Peter-Martin Meier, Chef der Einsatz- und Verkehrspolizei, an der gestrigen Pressekonferenz zur Verkehrsunfallstatistik 2000. Mit insgesamt 5039 Unfällen im Kanton verzeichnete er eine Abnahme von 12 Prozent. Bei diesen gab es vier Prozent weniger Verletzte und 8 Prozent weniger Tote als im Vorjahr.
Was in absoluten Zahlen erfreulich ist - mit 35 Toten ist dies die gerings-te Sterberate seit langer Zeit -, zeige in der Proportionalität eine anteilsmässige Zunahme von schweren Unfällen an.
Unfallbezirk See
Regional verzeichnet der Bezirk See mit 617 Unfällen nach dem Bezirk St. Gallen mit 1013 Unfällen weiterhin am zweitmeisten Unfälle. Gewichtig dürfte hier nach wie vor der Seedamm sein - die am stärksten befahrene Hauptstrasse des ganzen Kantons. Doch auch hier nahmen die Unfälle gegenüber dem Vorjahr ab: 62 mehr waren es 1999. Zu Schaden gekommen sind bei diesen Unfällen 217 Personen, 4 mehr als 1999, davon wurden 212 verletzt (+8) und 5 bezahlten mit ihrem Leben (-4).
Kaum Unfälle im Gaster
Weniger gefährlich lebt es sich weiterhin im Bezirk Gaster: Zwar liegt der Gaster mit 123 (-24) Unfällen nur im letzten Drittel, bei der Zahl der Verunfallten steht er aber auch im Jahr 2000 mit 33 (-6) am Schluss der Verkehrsunfallstatistik. Mit 32 Verletzten (-7) und einem Todesopfer kann auch hier von einer positiven Entwicklung gesprochen werden.
Am häufigsten passierten Unfälle im Jahr 2000 im Januar, dicht gefolgt vom Mai, während im August die meisten Verletzten zu verzeichnen waren. Am häufigsten krachte es am Sonntag, und im Tagesverlauf war es zwischen 16 Uhr und 19 Uhr am gefährlichsten auf der Strasse. Letzeres sei auf die Übermüdung nach der Arbeit zurückzuführen, so Meier.
Bei den Fussgänger-Opfern waren Kinder im ersten Schulalter sowie Senioren am stärksten betroffen. Bei den betroffenen Autolenkern gab es altersmässig zwei Hauptgruppen, nämlich die 20- bis 24-Jährigen und die 40- bis 49-Jährigen. Letztere bezeichnete Meier als «Managerspitze»: Gestresste Geschäftsleute, die auch so fahren.
Als nicht gerechtfertigt bezeichnete Meier die Forderung nach automatischem Führerscheinentzug ab einem gewissen Alter: Allein durch den übervorsichtigen Fahrstil erwiesen sie sich als seltene Unfallverursacher.
Dafür fallen die Senioren zusammen mit den 14- bis 24-Jährigen vermehrt als Fussgänger dem Verkehr zum Opfer: Oft realisierten die alten Leute auf ihren gewohnten Wegen nicht, wie stark der Verkehr in den letzten Jahren zugenommen habe.
Anders als das BFU befand Meier die Erfahrungen mit der verschärften Regelung am Fussgängerstreifen als sehr positiv. Seit 1994 sei die Zahl der Verletzten und Toten auf Fussgängerstreifen klar zurückgegangen.
Drogen und Verkehr
Gemäss Statistik zugenommen haben die Unfälle, bei denen Drogenkonsum eine Rolle spielte. Dies sei einerseits sicher auf den erhöhten Konsum von Cannabis zurückzuführen, aber auch auf erhöhte Sensibilität bei den Beamten. Zum Thema Drogen zeigte sich Meier fortschrittlich: Im Hinblick auf die geplante Legalisierung verstehe er in gewisser Hinsicht die Argumentation eines Kiffers, es solle ihm erlaubt sein, einen Joint zu rauchen und zu fahren, wenn es weiterhin legal sei, nach einem Bier ans Steuer zu sitzen. Die Schwierigkeit, die sich daraus ergebe, sei, dass die Fahrtüchtigkeit bei Konsum von Cannabis nur schlecht messbar sei. Meier stellte deshalb ein das in der Testphase befindliches Check-System Medralex vor, mit dem unter anderem dies gelingen soll. Geprüft werden dabei unter anderem die Augen, die Fähigkeit, auf einem Bein zu stehen sowie die Zeit von 30 Sekunden zu schätzen.
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