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01.11.2001WeltwocheClaudia EggerSpur des weissen Gifts

Ausland

Spur des weissen Gifts

Von Claudia Egger

Ob Speed, Kokain oder Heroin: 180 Millionen Menschen konsumieren weltweit illegale Drogen. Tendenz steigend.

Der illegale Drogenhandel ist ein zunehmend globales Phänomen, fast alle Staaten sind betroffen. Laut Schätzungen der Uno und anderer Organisationen werden jährlich zwischen 400 und 800 Milliarden Dollar umgesetzt. Allein auf dem US-Markt sollen 60 Milliarden Dollar für illegale Drogen ausgegeben werden. Trotzdem beschränkt sich der Konsum der so genannten Hauptproblemdrogen nicht auf die finanzstarken westlichen Industriestaaten. Die Einteilung in Produzenten- und Konsumentenländer gehört der Vergangenheit an. Weltweit konsumieren nach Angaben des UNDCP (United Nations Drug Control Programme) rund 180 Millionen Personen so genannte illegale Drogen. Dies entspricht etwa 3 Prozent der Weltbevölkerung oder 4,2 Prozent der über 15-Jährigen.

Die weltweit am meisten verbreitete und konsumierte Droge ist Cannabis. Von den geschätzten 144 Millionen Konsumenten leben mehr als ein Drittel in Asien, ein Viertel in Amerika und ein Fünftel in Afrika. In Nord- und Südamerika, West- und Osteuropa sowie Asien und Ozeanien ist eine stete Zunahme zu verzeichnen. In den USA zeichnet sich jedoch eine Stabilisierung ab.

Amphetamine und chemisch verwandte Substanzen wie zum Beispiel Speed oder Ecstasy stehen mit rund 29 Millionen Konsumenten an zweiter Stelle der verbreitetsten Drogen weltweit und verzeichneten in den neunziger Jahren die schnellsten Zunahmeraten. 50 Prozent der Konsumenten leben in Ost- und Südostasien, rund ein Drittel in Amerika und Europa. In Südamerika und Afrika ist der Prozentsatz schwieriger festzuhalten, da keine klare Grenze zwischen illegalen und legalen Produkten besteht. Während in Europa vor allem Amphetamine konsumiert werden, sind es in den USA und Asien vor allem Methamphetamine, eine stärker und schneller abhängig machende Abwandlung der Amphetamine. Seit 1997 ist in den westlichen Ländern ein geringeres Wachstum zu verzeichnen, während in Entwicklungsländern sowie Australien und Neuseeland vor allem der Konsum von Ecstasy rasant steigt.

Der weltgrösste Kokain-Markt befindet sich mit über 70 Prozent der rund 14 Millionen Konsumenten in Amerika, wobei die USA allein 50 Prozent des Weltkonsums abdecken. Rund 16 Prozent der Konsumenten leben in Europa. In Asien und Osteuropa ist Kokain beinahe bedeutungslos. In Westeuropa hat sich Kokain in den letzten zwanzig Jahren viel stärker verbreitet als Heroin. Kokain war in den USA in den Siebzigern eine Freizeitdroge. Seit 1995 wurde zwar eine Abnahme von gut 70 Prozent festgestellt, durch den Crack-Einfall wurde der Konsum aber zu einem grossen sozialen Problem. In Europa ist eine ähnliche Entwicklung festzustellen, da viele Heroin-Konsumenten zusätzlich noch Kokain konsumieren, vermehrt in Form von Crack.

Opium wird weltweit von 13,5 Millionen Personen konsumiert, davon sind nach Schätzungen 9 Millionen Menschen heroinsüchtig. Mehr als 60 Prozent leben in Asien, knapp 20 Prozent in Europa. Opium, speziell Heroin, ist in Europa trotz geringerer Konsumentenzahl noch immer Problemdroge Nummer eins. Mehr als 70 Prozent der Behandlungsnachfrage entfallen auf diese Droge. Zunahmen im Konsum können vor allem in Asien und speziell Zentralasien verzeichnet werden sowie in Nord- und Osteuropa, wo der Konsum aber traditionell vergleichsweise gering ist.

Bereich: InternationalSponsor: hanfarchivbearbeitet von: hanfarchiv